KAVA Heilpflanze: KAVA KAVA - KAWA KAWA - Rauschpfeffer - Piper methysticum - Piper wichmanni

Botanik und Inhaltsstoffe

Die Pflanze Kava:

Die Pflanze aus der die Polynesier den Kavatrank herstellten, bezeichnete G. Forster als Piper methysticum (Rauschpfeffer). Bekannt sind nur sterile Kultursorten von Piper methysticum G. Forst., die über Stecklinge aus Stengelteilen der Pflanze vermehrt werden.
Aus den Sprößlingen wächst in 5-7 Jahren ein Strauch heran, der 1 bis 4 m hoch werden kann.

Synonyme: Rauschpfeffer, Kavakavapfeffer, Kawakawa, Kava-Kava ­Root, Narcotic pepper root (engl.), Rhizome de kawa (franz.).
Herkunft: Der Wildtyp von Kava, die Pflanze Piper wichmanni, stammt aus Papua Neuguinea. Von dort aus hat sich die Pflanze bei der Besiedlung des Südpazifik in mehreren Wellen verbreitet, und wurde dabei durch Zuchtwahl immer weiterentwickelt. Als eigentliche Heimat von Kava gilt Vanuatu: Hier findet man noch immer die größte Variabilität in den Kultivieren, und hier existieren neben der fertilen Urform auch Übergangsformen zum sogenannten
Noble Kava“, dem eigentlichen Kava.
Verwendung: Verwendet werden die Wurzeln und der geschälte Wurzelstock.

 

Kava-Zubereitungen:

Traditionell wurden die frischen Kava-Wurzeln gekaut und durch die Enzyme des Speichels fermentiert. Diese Praxis wurde bereits vor vielen Jahrzehnten aufgegeben. Heute wird die getrocknete oder (in Vanuatu noch immer üblich) die frische Pflanze zerkleinert und mit kaltem Wasser versetzt. Traditionell erfolgte das Zerkleinern mit Steinen, heute verwendet man dazu einen Fleischwolf. Das Wurzelmaterial wird intensiv mit Wasser vermischt und durchgeknetet, bevor es albfiltriert wird. Der traditionelle Kavatrank stellt somit einen Kaltwasserauszug dar.

Für die medizinische Anwendung werden alkoholische Kavaextrakte eingesetzt, die aus zerkleinerter Arzneidroge gewonnen werden.
Arzneimittel enthalten in der Regel einen standardisierten Extrakt, der auf einen gleichbleibenden Gehalt der Kavalactone, der entspannenden und angstlösenden Wirkstoffe von Kava, eingestellt wird.

Quelle: Patricia Siméoni und Vincent Lebot: Buveurs de Kava. Editions Géo-Consulte, Port Vila, Vanuatu (2014)

Inhaltsstoffe der getrockneten Wurzel:

3-20 % Kavalactone = Kavapyrone (mindestens 4,5% in Noble Kava), darunter
Kavain,
7,8-Dihydrokavain,
Methysticin,
7,8-Dihydromethysticin,
Yangonin
Desmethoxyyangonin

Weitere Inhaltsstoffe:
Chalkone:
Flavokavin A,
Flavokavin B (< 0,15% in Noble Kava)
Flavokavin C in Spuren
Flavanone wie Dimethoxyflavanon;
Zimtsäurebornylester
reichlich Stärke (ca. 43%)

Kava-Anwendungsgebiete:

Zugelassene Anwendungsgebiete, die durch klinische Daten unterstützt werden:

 

Nervöse Angst-, Spannung- und Unruhezustände.

Mehr Information zur medizinischen Wirkung…

Weitere Anwendungen gemäß Monographien und traditioneller medizinischer Literatur (nicht oder nicht ausreichend durch experimentelle oder klinische Daten unterstützt):

Behandlung von Pilzinfektionen, zur Gewichtsreduktion, Behandlung von Asthm.

 

Quellen:
1. Kommission E: Piperis methystici rhizoma (Kava-Kava Wurzelstock). Bundesanzeiger Nr. 101 vom 1.6.1990
2. WHO: Rhizoma Piperis methystici. In: WHO Monographs on Selected Medicinal Plants. World Health Organisation, Geneva 2002, Seiten 231-235
3. Patricia Siméoni und Vincent Lebot: Buveurs de Kava. Editions Géo-Consulte, Port Vila, Vanuatu (2014)
4. Vincent Lebot, Mark Merlin und Lamont Lindstrom: Kava, the Pacific Elixir. The Definitive Guide to its Ethnobotany, History, and Chemistry. Yale University Press (1992)

 

Wirkstoffe: Kavalactone, Kavapyrone oder Kavasedone

Für die entspannende und angstlösende Wirksamkeit von Kava wird eine Inhaltsststoffgruppe mit der Bezeichnung „Kavalactone“ verantwortlich gemacht. Weniger gebräuchlich, aber ebenfalls noch anzutreffen, ist die Bezeichnung der gleichen Substanzen als „Kavapyrone“. Beide Bezeichnungen leiten sich von der chemischen Grundstruktur ab. In der Fachliteratur findet sich auch der Begriff „Kavasedone“, der sich von den beruhigenden (sedierenden) Effekten von Kava ableitet.1

Alle Kavalactone haben den gleichen grundlegenden Wirkmechanismus mit einigen substanzspezifischen Unterschieden. Andere Bestandteile wie die Flavokavine können auch eine Rolle für die Wirksamkeit und Sicherheit der Kava-Präparate spielen.2

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Quellen:
1. A. Schenk: Kava – Eine Arzneipflanze mit Zukunft. PTA in de Apotheke 29(4): 170-172 (2000)
2. Mathias Schmidt, Ignacio Carreno und Paolo Verano: Technical assistance to the integration to the multilateral trading system and support to the integrated framework. Ref: 9 ACP RPR 140-039/11: Establishment of health and safety standards for the production and export of kava-based products. ACP-EU-TBT, Brussels (2012)

 

Wirkung von Kava Kava